Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und globaler Krisen bleibt die Reiselust hoch. Nach den außergewöhnlich starken Erholungsjahren der Zeit nach der Corona-Pandemie zeigt sich im Reisejahr 2025 jedoch eine neue Phase: Der Tourismus wächst weiter, allerdings deutlich moderater und auf einem stabilen Niveau.
Die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) registrierte für 2025 rund 69 Millionen Urlaubsreisen der Deutschen ab fünf Tagen Dauer und damit ein nahezu konstantes Niveau gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der Kurzurlaubsreisen leicht auf etwa 98 Millionen. Zwei Drittel der Bevölkerung planen bereits Reisen für das Jahr 2026, während die Urlaubslust mit 59 Prozent weiterhin hoch bleibt.
Weltweiter Tourismus wächst wieder gleichmäßig
International bestätigt sich diese Entwicklung. Nach Angaben der World Tourism Organization (UNWTO) wurden 2025 weltweit rund 1,52 Milliarden internationale touristische Ankünfte registriert, ein Plus von vier Prozent gegenüber 2024. Damit kehrt die Branche zu den moderaten Wachstumsraten zurück, die bereits vor der Pandemie üblich waren.
Europa blieb mit 793 Millionen internationalen Gästen die meistbesuchte Region der Welt und lag damit sechs Prozent über dem Niveau von 2019. Das dynamischste Wachstum erzielte Afrika mit einem Plus von acht Prozent. Für das Jahr 2026 erwartet UNWTO für den internationalen Tourismus ein weiteres Wachstum von etwa drei bis vier Prozent, allerdings unter dem Einfluss wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten.
Deutschland erreicht erneut Rekordwerte
Auch Deutschland behauptet seine stabile Position im internationalen Wettbewerb. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden 2025 insgesamt 497,5 Millionen Gästeübernachtungen gezählt – ein neuer Höchstwert und ein Plus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon entfielen 413,7 Millionen Übernachtungen auf inländische Gäste (+0,7 Prozent), während die Zahl internationaler Übernachtungen mit 83,8 Millionen leicht unter dem Vorjahr lag. Hintergrund sind Sondereffekte im Jahr 2024 durch Großveranstaltungen wie die Fußball-Europameisterschaft. Für 2026 prognostiziert die Deutsche Zentrale für Tourismus ein Wachstum des Incoming-Tourismus um 3,2 Prozent. Deutschland gehört weiterhin zu den weltweit beliebtesten Reisezielen und belegte zu Jahresbeginn 2025 Rang acht im internationalen Vergleich. Auch der Luftverkehr entwickelte sich weiter positiv: Mit 207,2 Millionen Fluggästen lagen die deutschen Flughäfen 3,9 Prozent über dem Vorjahr, erreichten jedoch noch nicht ganz das Niveau von 2019.
Camping bleibt Gewinner des veränderten Reiseverhaltens
Der Caravaning-Industrie-Verband (CIVD) registrierte 2025 insgesamt 94.134 neu zugelassene Freizeitfahrzeuge und damit lediglich 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Besonders Reisemobile entwickelten sich mit 75.368 Neuzulassungen weiterhin positiv, während Caravans mit 18.766 Einheiten unter dem Vorjahresniveau lagen. Der Gebrauchtfahrzeugmarkt erreichte mit 192.239 Besitzumschreibungen sogar einen neuen Höchstwert. Europaweit wurden mehr als 215.000 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Deutschland bleibt damit der größte Caravaning-Markt Europas.
Ausblick: Stabilität statt Rekorddynamik
Die aktuellen Zahlen zeigen eine klare Entwicklung: Nach den starken Nachholeffekten der vergangenen Jahre normalisiert sich der Tourismus auf hohem Niveau. Reisen bleibt ein fester Bestandteil des Lebensstils, Entscheidungen werden jedoch bewusster getroffen. Flexible Reiseformen, erreichbare Ziele und planbare Kosten gewinnen weiter an Bedeutung. Für das Reisejahr 2026 erwarten Experten daher keine sprunghaften Zuwächse, sondern eine stabile Nachfrage in einem weiterhin herausfordernden Umfeld.
Quellen: World Tourism Organization (UNWTO); Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. (DZT); Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR); Statistisches Bundesamt; Caravaning Industrie Verband (CIVD); Deutsches Wirtschaftswissenschaftliches Institut für Fremdenverkehr (dwif)
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