25.02.2020

Camping setzt langfristigen Aufschwung fort

Trend zu Gesundheits- und Wellnessurlaub erkennbar

Ob mit Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt, ob lange Reise oder nur ein paar Tage: Camping erfreut sich anhaltend hoher Beliebtheit. Rund 3,8 Millionen deutsche Urlauber entschieden sich im Jahr 2019 für diese individuelle Form des Reisens. Die Zelturlaube hinzugenommen, steigt diese Zahl sogar auf fünf Millionen, zu denen dann noch einmal vier Millionen Camping-Kurzurlaubsreisen hinzukommen. Das Interesse erhöht sich langfristig: zwölf Prozent der Bevölkerung können sich in der Zukunft einen Urlaub mit dem Wohnmobil und zehn Prozent einen Urlaub im Wohnwagen vorstellen. Im Jahr 2002 lag diese Zahl in beiden Fällen bei fünf Prozent. Generell sind die Voraussetzungen für das Reisejahr 2020 einer aktuellen Umfrage der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V. (FUR) sehr positiv. Vier von fünf Deutschen – 78 Prozent – haben sich bereits mit ihrer Urlaubsreise 2020 befasst.

Die Deutschen freuen sich auf das Reisejahr 2020: Mit 57 Prozent ist die Urlaubslust unter den Teilnehmern der FUR-Umfrage leicht gestiegen. 66 Prozent geben zudem an, über ausreichend Zeit, und 62 Prozent, über ausreichend Geld für die nächste Urlaubsreise zu verfügen. Beste Startbedingungen also für die Touristikbranche.

Bei den Reisezielen und Reisearten gibt es im Vorjahresvergleich kaum Unterschiede. Deutschland bleibt für 30 Prozent der Befragten die beliebteste Destination, gefolgt von Spanien, Italien, der Türkei, Österreich, Kroatien und Griechenland. Diese Konstanz ist allerdings irreführend: Denn 42 Prozent der Deutschen planen, in diesem Jahr ein Ziel zu besuchen, an dem sie noch nicht gewesen sind. Bei den Urlaubern gibt es sowohl bei den Reisezielen und der Reiseart eine individuelle Flexibilität und einen Wunsch nach Abwechslung. Ein besonderer Trend lässt sich im Bereich der Wellness- und Gesundheitsreisen erkennen. Ihr Anteil ist mit 4,6 Millionen an den Kurzurlaubsreisen sehr hoch. Da sich 18 Prozent der Befragten jedoch künftig für eine Wellness- und 15 Prozent für eine Gesundheitsreise interessieren, ist das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft.

Weltweit steigende Tourismuszahlen

Der internationale Tourismus hat auch im Jahr 2019 wieder zugelegt, auch wenn das Wachstum sich mit rund vier Prozent etwas abschwächte. Die Zahl der internationalen Gäste erreichte Schätzungen der World Tourism Organization (UNWTO) mit 1,45 Milliarden einen neuen Rekordwert. Zuwächse gab es dabei in allen Regionen der Welt zu verzeichnen. Der Nahe Osten legte mit acht Prozent am meisten zu und erzielte damit das doppelte des internationalen Durchschnitts. In der Region Asien und Pazifik stiegen die internationalen Ankünfte um fünf Prozent. Europa zeigte ein Wachstum von vier Prozent und machte mit 743 Millionen internationalen Ankünften im Jahr 2019 mehr als die Hälfte (51 Prozent) des Weltmarktes aus. In Amerika lag die Wachstumsrate bei zwei Prozent, in Afrika bei vier Prozent.

Deutscher In-Coming-Tourismus wächst weiter

Auch der In-Coming-Tourismus in Deutschland ist weiter im Aufwind. Laut statistischem Bundesamt stieg die Zahl der Gästeübernachtungen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 mit 432 Millionen um vier Prozent. 18 Prozent der Übernachtungen entfiel auf ausländische Gäste.

Steigende Absätze bei Camping-Fahrzeugen

Der positive Trend beim Camping spiegelt sich auch in den steigenden Umsatzzahlen der Freizeitfahrzeugbranche wider: Sie verzeichnete laut Deutschem Camping Club (DCC) mit 11,7 Milliarden Euro ein Plus von 3,9 Prozent und erreichte somit im sechsten Jahr in Folge einen Rekordumsatz. Die Zahl der Neuzulassungen stieg in Deutschland 2019 bei Reisemobilen um 15,1 Prozent und bei Caravans um 10,7 Prozent.

Quellen: Deutsche Zentrale für Tourismus e.V.; Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e.V.; Statistisches Bundesamt; World Tourism Organization (UNWTO); Deutscher Camping Club (DCC).